Über Klimawandel und Weinlese

Korb mit Weintrauben by Martina Hartmann

Nun ist es nicht mehr zu leugnen – der Klimawandel ist für alle spürbar in Deutschland angekommen. Des einen Leid ist des anderen Freud! Die Bilder von verdorrten Feldern, von rissigen Ackerböden und verzweifelten Landwirten sind allen präsent. Auf der anderen Seite können Winzer dieses Jahr beruhigt sein. Denn um den Wein steht es dieses Jahr gut. Die Weinlese hat nicht nur schon begonnen, sondern scheint auch Bestens auszufallen. Winzer freuen sich auf einen Ausnahmejahrgang 2018 und den kann man als Federweißen bereits jetzt genießen.

Rekordsommer

Über diesen Sommer kann sich kein Urlauber beschweren. Die Sonne hat kräftig vom Himmel gebrannt und von Wolken keine Spur. Das Thermometer zeigte regelmäßig Rekordmarken und das über Tage hinweg. Der Regenmangel hat allerdings seine Spuren hinterlassen und einige Pflanzen waren diesem Stress nicht gewachsen. In den Weinbergen jedoch konnten bereits am ersten Augustwochenende die ersten Weintrauben geerntet werden. Rheinland-Pfalz hat damit den Startschuss gegeben, aber auch in den anderen deutschen Weinbaugebieten ist die Weinlese in vollem Gange. Aufgrund der hohen Zuckerkonzentration in den Trauben wird dieses Jahr schon früher als üblich geerntet.

Ein guter Jahrgang für Wein

Trocken und heiß – in vielen Regionen Deutschlands war und ist das ein großes Problem. Für die Weinreben sind das jedoch optimale Bedingungen. Der warme April hat dafür gesorgt, dass es bereits Anfang Mai zur Rebblüte kam. Da die Reben in diesem Jahr viel Sonne und wenig Regen bekommen haben, blieb die gefürchtete Trauben Fäulnis aus, ebenso die Gefahr durch die Kirschessigfliege. Dass die Reben nicht unter der Trockenheit zu leiden hatten, liegt an ihren langen Wurzeln. Die Reben waren optimal mit Wasser versorgt und konnten dadurch gesunde Trauben tragen. Das Ausnahmejahr 2018 beschert den Winzern süße und äußerst ertragreiche Trauben, die einen exzellenten Jahrgang erwarten lassen.

Jetzt ist der Klimawandel auch spürbar

Nach einem Sommer wie diesem ist der Klimawandel für alle spürbar geworden. Viele Landwirte haben deutschlandweit verheerende Ernteausfälle zu beklagen. Wie man an den Winzern sieht, gibt es  aber auch Gewinner dieser Extremwetter-Vorkommen. Es werden auch künftig immer wärmere Sommer erwartet. Winzer wollen sich daher anpassen, indem sie zu Wärme liebenden Rebsorten greifen wie bspw. Merlot und Syrah. Diese Sorten sind im Süden weit verbreitet und könnten bald auch hier großflächig angebaut werden. Aufgrund von steigenden Temperaturen ziehen Winzer auch wieder höhere Randlagen und Seitentäler in Betracht. Auch dort könnten zukünftig verlässliche Erträge erwirtschaftet werden. Leider wird eine Anpassung wie diese nicht in allen Bereichen der landwirtschaftlichen Produktion möglich sein.