Wie grün sind deine Blätter? Alternativen zum konventionellen Weihnachtsbaum

Tannenbaumwald

Der Weihnachtsbaum ist eine Tradition, auf die kaum jemand verzichten möchte. Alleine im Jahr 2017 wurden in Deutschland schätzungsweise rund 29,5 Millionen Weihnachtsbäume verkauft. Während die Bio-Gans zum Festtagsessen immer beliebter wird, liegt der Anteil der ungespritzten Bäume laut Schätzungen der deutschen Holzindustrie bei nur geringen fünf Prozent.

Mit dem Weihnachtsbaum holen wir uns auch ein Stück Natur ins Wohnzimmer. Allerdings sind konventionelle Bäume oftmals stark gespritzt und stammen aus Monokulturen. Der BUND e.V. hat letztes Jahr stichprobenartig die Nadeln von Bäumen an deutschen Verkaufsstellen getestet. Drei Viertel der analysierten Proben enthielten bis zu neun verschiedene Pestizide. Fünf davon gehören zu den bedenklichsten, die in der EU eingesetzt werden dürfen. 

Wer einen ökologisch gezogenen Weihnachtsbaum sucht, kann es recht schwer haben, diesen zu finden. Während die Auswahl an Bio-Lebensmitteln im Supermarkt beinahe so umfangreich ist wie die der konventionellen Produkte, muss man nach Alternativen zum konventionellen Weihnachtsbaum schon länger suchen. Wir haben uns mal mit dem Thema beschäftigt und zusammengefasst, worauf beim Kauf zu achten ist. Zusammengefasst schon mal gesagt: Alles ist besser als eine konventionell gezogene und geschlagene Nordmann-Tanne, die einen langen Transport hinter sich hat!

Einen Weihnachtsbaum mieten

Wer den Baum mietet, gibt ihn wieder zurück. Das geht natürlich nur, wenn der Baum lebendig bleibt. Inzwischen gibt es einige Angebote von Start-ups, lokalen Baumschulen und Förstereien, einen Baum zu mieten. Etwa zehn bis zwölf Prozent der Weihnachtsbäume werden im Topf gekauft oder gemietet. Allerdings solltet ihr auch hier darauf achten, dass der Anbieter keine Pestizide verwendet. Den Baum kannst du dir vor Ort aussuchen und dann im Topf mit nach Hause nehmen. Einige Unternehmen bieten auch einen Lieferservice an. Dann kommt der Baum zum Wunschtermin zu dir nach Haus und wird nach Weihnachten wieder abgeholt. Über den Sommer wird der Baum neu eingetopft oder eingepflanzt. Im nächsten Jahr zu Weihnachten kommt er dann wieder ins Wohnzimmer. 

Einen regionalen Weihnachtsbaum kaufen

Tanne ist nicht gleich Tanne. Fragt bei den Weihnachtsbaumhändlern nach, woher die Weihnachtsbäume kommen und um welche Baumart es sich handelt. Wichtig ist, dass der Baum zum einen in einem Forstbetrieb in der Region gezogen wurde und im besten Fall eine heimische Baumart ist. Dazu gehören zum Beispiel Fichten, Kiefern und Tannen. Die beliebte Nordmann-Tanne kommt übrigens ursprünglich aus dem Kaukasus. So werden lange Transportwege gespart und ihr könnt davon ausgehen, dass der Baum erst kurz vorm Verkauf geschlagen wurde. 

Der Bio-Weihnachtsbaum

Es gibt ökologisch-zertifizierte Weihnachtsbäume, die eine gute Alternative sein können, wenn es denn ein geschlagener Baum sein soll. Die Bäume sind nach Kriterien des ökologischen Landbaus von unabhängiger Seite zertifiziert. Sie werden ohne Einsatz von Pestiziden, Mineraldünger und Wachstumsregulatoren gezogen. Hier solltet ihr Ausschau nach den bekannten Siegeln von Naturland, Bioland, Demeter, FSC oder dem europäischen Bio-Siegel halten.

Keine Alternative: der Plastikbaum

Weihnachtsbäume aus Kunststoff sind, wenn es um ökologische Nachhaltigkeit geht, keine Alternative. Sie werden gerne in Geschäften und Restaurants aufgestellt. Da die Weihnachtsdekoration dort schon Anfang Dezember aufgestellt wird, müssen die Bäume bei warmen Temperaturen mindestens vier Wochen frisch bleiben. Das kann kaum ein geschlagener Baum leisten. Auch im privaten Bereich werden in zehn Prozent der deutschen Haushalte künstliche Weihnachtsbäume aufgestellt.

Der ökologische Fußabdruck von echten Bäumen ist im Vergleich zu künstlichen Bäumen deutlich besser. Der Weihnachtsbaum wächst zwischen acht und zehn Jahre auf dem Feld und bindet dabei pro Hektar in zehn Jahren 145 Tonnen CO2 und produziert gleichzeitig 100 Tonnen Sauerstoff. Ein Baum aus Plastik kann diese ökologische Leistung nicht erbringen und für seine Produktion und Entsorgung werden zahlreiche Rohstoffe und Energie verbraucht. 

Wo gibt’s in Deutschland Weihnachtsbäume aus anerkannt ökologischer Land- oder Waldwirtschaft? Diese Informationen hat die Organisation ROBIN WOOD für euch zusammengestellt: Liste mit Verkaufsstellen von Öko-Weihnachtsbäumen