Freiwilligentourismus im Amazonas-Regenwald

Freiwilligentourismus als Chance für den Amazonas-Regenwald und dessen lokale Bevölkerung

Kurz zusammengefasst

Darum geht es

Dieses Projekt zielt darauf ab, gemeinsam mit den Menschen im Amazonas-Regenwald herauszufinden, wie nachhaltig bestehende Angebote des Freiwilligentourismus sind und wie diese noch verbessert werden können. Denn durch verantwortungsvolles Reisen in Verbindung mit freiwilligen Arbeitseinsätzen kann die Wertschätzung der Region gesteigert, der Regenwald erhalten und gleichzeitig ein nachhaltiges Einkommensmodell für die lokalen Gemeinschaften geschaffen werden.

Projektland

Brasilien

Finanzierungsbedarf

1000 Euro

Ihr findet dieses Projekt und Flávia’s Engagement so großartig wie wir? Helft Flávia und dem Amazonas-Regenwald mit einer Spende.

Reisen und gleichzeitig ein gemeinnütziges Projekt unterstützen? Heutzutage wird zunehmend nach touristischen Reisen und Erlebnissen gesucht, die sich neben der Freizeit auch direkt und positiv auf den Ort des Besuchs auswirken sollen. Daraus ist der Freiwilligentourismus, oder auch Voluntourism, entstanden.

Tourismus als Chance

So hat auch Flávia, unsere Stipendiatin, das Amazonas-Gebiet und die dort lebenden Menschen in den Wald- und Flussgemeinschaften kennengelernt. Sie hat über drei Monate ehrenamtlich im Amazonas-Regenwald, der mehr als die Hälfte des weltweit verbliebenen Tropenwaldes und die größte biologische Vielfalt aller tropischen Wälder aufweist, gearbeitet. Während ihres Aufenthalts hat sie gemerkt, dass der Fluss Amazonas und seine Regenwälder zunehmend als Urlaubsziel geschätzt wird und sich daraus Chancen aber auch Risiken für die Einwohner ergeben.

Möglichkeiten nutzen

Tourismus kann eine großartige Möglichkeit zur Einkommensgenerierung für die Amazonasgemeinschaften sein – wenn sie gut geplant und durchgeführt werden. Dabei sollten im besten Fall lokale Akteure, die Gemeinschaften und die Reiseanbieter miteinbezogen werden. Denn so kann die Wertschätzung der Region gesteigert, der Regenwald erhalten und gleichzeitig ein nachhaltiges Einkommensmodell für die lokalen Gemeinschaften geschaffen werden.

Gutes muss geplant werden

Was hingegen nicht passieren sollte, sind ungelenkte Besucherströme, deren Einsätze nicht passgenau mit den Bedürfnissen der einheimischen Bevölkerung abgestimmt sind, die wertvolle Lebensräume im Regenwald zerstören und deren Ausgaben letztlich nur dem Reiseanbieter und nicht der lokalen Bevölkerung zugutekommen. Daher ist es wichtig, die durchgeführten Freiwilligenaktionen systematisch zu analysieren und Methoden zu entwickeln, die in Zukunft von Organisationen angewendet werden können. Flávia wird untersuchen, welche Angebote es bereits vor Ort gibt, wie sie aufgebaut sind und inwiefern ein Mehrwert für die lokalen Gemeinschaften entstehen kann.

Hinter diesem Projekt steht die Brasilianerin Flávia Lenci. Wir haben von Flávias Einsatz durch unsere Partnerorganisation NAPRA erfahren. Dieser Verein setzt sich für die nachhaltige Entwicklung von Flussgemeinschaften im westlichen Amazonasgebiet ein. Neben ihrem Masterstudium Integrated Environmental Analysis an der Föderalen Universität von São Paulo in Brasilien setzt Flavia sich für ökologische und soziale Nachhaltigkeit ein. Ihr Engagement für die Bewohner des Amazonas-Regenwaldes geht also weit über ihr Studium hinaus. Ihr Ziel ist es, umweltbezogene Probleme gemeinsam mit den Gemeinschaften im Amazonas zu identifizieren und umsetzbare Lösungen zu erarbeiten.

Die fortschreitende Zerstörung des weltweit einmaligen Amazonas-Regenwaldes ist ein eindrückliches Beispiel für einen dramatischen Konflikt zwischen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Interessen. Obwohl das Amazonas-Gebiet eine erstaunliche und großteils noch unbekannte biologische Vielfalt aufweist, für viele indigene Völker die Lebensgrundlage bietet, das Wetter des amerikanischen Kontinents maßgeblich mitbestimmt und äußerst wichtig im Kampf gegen den globalen Klimawandel ist, ist die Brandrodung und der nachfolgende Anbau von oft genmanipuliertem Soja als Viehfutter sowie die Weideviehhaltung für die Brasilianer wirtschaftlich hochattraktiv.

Ein Hauptgrund hierfür ist der hohe Konsum von Fleisch- und Milchprodukten in den Industrieländern wie Deutschland. Da wir als in den hochentwickelten Industrieländern Lebende also eine Mitverantwortung für die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes haben, sehen wir von S3 es als unsere Aufgabe an, bei der Entwicklung von alternativen Einkommensmöglichkeiten zu unterstützen. Damit die Menschen vor Ort mehr Chancen für eine nachhaltige Entwicklung erhalten – zum Beispiel mit der Hilfe von Freiwilligentourismus.

Die Projektregion

Amazonien ist die größte Regenwaldregion der Erde und beherbergt rund zehn Prozent aller auf der Welt lebenden Tier- und Pflanzenarten. Amazonien ist zugleich ein Lebensraum für Menschen: Rund 320 unterschiedliche indigene Bevölkerungsgruppen leben hier, häufig noch auf sehr traditionelle Art und Weise.

Flávia’s Projekt wird sich auf Wälder im Gebiet des Amazonas in Brasilien konzentrieren. Die Region wurde vor allem in diesem Jahr stark durch die zahlreichen Waldbrände verwüstet. In dem Land wurden bis August 2019 über 75.000 Brände registriert, was einer Zunahme von 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Unser Partner vor Ort

In diesem Projekt arbeiten wir mit Flávia und der gemeinnützigen Organisation NAPRA zusammenarbeiten. NAPRA unterstützt bereits seit 1993 die nachhaltige Entwicklung von Flussgemeinschaften im westlichen Amazonasgebiet. Wir freuen uns das dieses Projekt dadurch einen starken und erfahrenen Partner vor Ort hat, der die partizipatorische Bewirtschaftung und Erhaltung des Waldes unter Berücksichtigung der Kultur und des traditionellen Wissens seiner Bewohner unterstützt.

Durch Unterstützung dieses Projektes tragt ihr zum Erreichen folgender nachhaltiger Entwicklungziele bei:

UN Nachhaltigkeitsziel 10; SDG 10; Weniger Ungleichheiten UN Nachhaltigkeitsziel 10; SDG 10; Weniger Ungleichheiten

Ungleichheit innerhalb von und zwischen Staaten verringern

UN Nachhaltigkeitsziel 12; SDG 12; Nachhaltiger Konsum und Produktion UN Nachhaltigkeitsziel 12; SDG 12; Nachhaltiger Konsum und Produktion

Für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sorgen