Oldenburger Stadtoasen – Natur in der Stadt schaffen

Durch Urban Gardening entstehen grüne Stadtoasen

Kurz zusammengefasst

Darum geht es

In Oldenburgs städtischen Gärten wird gemeinsam gesät, gehackt und geerntet. Menschen haben sich zu privaten Initiativen zusammengeschlossen und auf Verkehrsinseln und Parkplätzen, in Hinterhöfen und auf Parkhausdächern gemeinsam grüne Stadtoasen erschaffen. Genannt wird diese Entwicklung Urban Gardening. Diese Aktivitäten wird Rieke in ihrem Projekt analysieren und auswerten, um lokale Initiativen zu fördern und ihnen den Austausch untereinander zu erleichtern.

Projektland

Oldenburg

Finanzierungsbedarf

5000 Euro

Ihr findet dieses Projekt und Riekes Engagement so großartig wie wir? Dann freuen wir uns gemeinsam mit Rieke über euren Beitrag.

Unsere Städte verändern sich

Gerade in kleinen und mittleren Großstädten, deren Wohnviertel von Einfamilienhäusern und Doppelhäusern geprägt sind, verschwand in den letzten Jahrzehnten durch Nachverdichtung ein Großteil der ursprünglichen Nutzgärten. Nicht nur dass diese zu Baugrundstücken wurden, auch wurde vielfach der älteren Generation der Eigenanbau von Obst und Gemüse zu beschwerlich und die nachfolgende Generation wohnte oft nicht mehr vor Ort, um den Nutzgarten zu übernehmen. 

Die essbare Stadt

Inzwischen erfolgte bei einem Teil der Stadtbevölkerung ein Umdenken. Insbesondere jüngere Menschen legen wieder mehr Wert auf regionale Produkte. Das Interesse, Obst und Gemüse wieder selbst anzubauen wächst stetig. Dieser Trend wird unter dem Begriff Urban Gardening zusammengefasst und beschreibt das Gärtnern, insbesondere den Gemüseanbau, mitten in der Stadt.

Lokale Projekte brauchen Sichtbarkeit 

Das langfristige Ziel des Projekts Stadtoasen ist es, eine Informationsplattform zu schaffen, die die Oldenburger dabei unterstützt, zusammenzufinden und ihre bereits grüne Stadt noch naturnaher zu gestalten. Dazu wird im ersten Schritt mittels einer Befragung der Ist-Zustand an Begrünungs- und landwirtschaftlichen Nutzungsformen ermittelt. Dabei geht es um die Frage, ob und welche noch nicht allgemein bekannten Gemeinschaftsinitiativen in der Stadt bereits bestehen. Des Weiteren soll ermittelt werden, welche privaten und öffentlichen Flächen sich für eine gärtnerische Nutzung eignen und ob in der Bevölkerung das Interesse besteht, deren Umgestaltung in Eigenregie, beispielsweise als Nachbarschaftsprojekt, zu übernehmen. Die erhobenen Daten sollen, soweit möglich, kartographisch aufbereitet und auf einer Webseite zur Verfügung gestellt werden.

Initiativen und Engagierte zusammenbringen

Als zweiter Schritt wird auf Basis der Umfrage eine Plattform für Initiativen und Interessierte geschaffen um die Entstehung von Stadtoasen zu fördern. Diese soll dabei zum Forum für engagierte Bürger werden. Menschen mit verschiedensten Ideen sollen so zusammenfinden, damit beispielsweise weitere Stadtoasen entstehen, öffentliche und vernachlässigte Plätze zu grünen Anwohnertreffpunkten umgestaltet werden und bestehende Gärten weiter bewirtschaftet werden können.

Rieke Behmann ist selbst in einer sogenannten grünen Großstadt aufgewachsen, in der die meisten Straßen von Bäumen gesäumt sind und in der es viele private Gärten und öffentliche Parks gibt. Erst ihr Studium in einer anderen, eher grau wirkenden Großstadt ließ sie selbst tagtäglich erleben, wie viel Einfluss die Natur auf die allgemeine Lebensqualität hat und wie sehr das Zurückholen der Natur mit innovativen Begrünungskonzepten die Lebensqualität der Städter verbessert. Vom Fach Umwelttechnik wechselte sie daher nach Oldenburg zum Fach Umweltwissenschaften und beschäftigte sich zunehmend mit städtischer Raumplanung und Flächennutzung sowie mit der Frage, wie in der Stadt ein Leben mit der Natur ermöglicht werden kann. Dabei entstand dieses Projekt, das gleichzeitig der Themenschwerpunkt ihrer Bachelorarbeit sein wird.

Als uns Riekes Projektvorschlag erreicht hat, waren wir uns schnell sicher. Hier kommt Engagement gepaart mit gründlicher Recherche und einer guten Idee zusammen. Auf über dreißig Seiten beschrieb Rieke, welche Relevanz die Begrünung von Städten hat, wie wichtig Initiativen sind, um die Projekte zu verbinden, und welche Potenziale in ihrer Stadt Oldenburg noch genutzt werden könnten. Uns hat sie damit sofort überzeugt. 

Die Begrünung von Städten hat viele Vorteile. Pflanzen verbessern die Luftqualität, fördern ein ausgeglichenes Mikroklima, erleichtern das Wassermanagement und erhöhen den Wert von Immobilien. Begrünte Flächen schaffen außerdem neue Lebensräume für Insekten. Bienen, zum Beispiel, finden in manchen Städten heute mehr Nahrung als auf dem Land inmitten von Monokulturen. 

Insbesondere zum Thema Nachhaltigkeit setzen die urbanen Gärten wichtige Impulse für die Stadtentwicklung und leisten einen besonderen Beitrag zur Ausgestaltung aktueller urbaner Entwicklung. Allerdings stehen die Projekte vor lokal unterschiedlichen Problemen. Die Auswahl der Flächen und die Qualität der Böden einerseits und die Kooperationsmöglichkeiten mit der Stadt sowie die Organisation der Beteiligten andererseits stellen zu Beginn die höchsten Hürden. Wir wollen diese gemeinsam mit Rieke genauer analysieren und auswerten um sie letztendlich abzubauen.

Die Projektregion

Oldenburg liegt im nordwestdeutschen Tiefland in der Metropolregion Nordwest, etwa auf halber Strecke zwischen der Hafenstadt Wilhelmshaven und der Hansestadt Bremen. Mit ungefähr 170.000 Einwohnern ist Oldenburg die drittgrößte Stadt Niedersachsens und als Universitätsstadt ein Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiestandort. Im bundesweiten deutschen Ranking der grünsten Städte liegt Oldenburg mit Platz 30 im Mittelfeld. Grüne Randstreifen mit Bäumen entlang der Straßen, zahlreiche Parks und Einfamilienhäuser mit eigenem Garten kennzeichnen das Stadtbild. In den Sommermonaten werden in der Innenstadt kleine Gartenoasen zu verschiedenen Themen eingerichtet, die mit Sitzmobiliar zum längeren Verweilen einladen. Obwohl Oldenburg bereits eine sehr grüne Stadt ist, gibt es noch zahlreiche versiegelte Flächen, die durch eine Begrünung aufgewertet werden könnten, und Rasenflächen, die nachhaltiger begrünt werden könnten.

Durch Unterstützung dieses Projektes tragt ihr zum Erreichen folgender nachhaltiger Entwicklungziele bei:

UN Nachhaltigkeitsziel 11; SDG 11; Nachhaltige Städte und Gemeinden UN Nachhaltigkeitsziel 11; SDG 11; Nachhaltige Städte und Gemeinden

Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig machen

UN Nachhaltigkeitsziel 12; SDG 12; Nachhaltiger Konsum und Produktion UN Nachhaltigkeitsziel 12; SDG 12; Nachhaltiger Konsum und Produktion

Für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sorgen